Leitern und Tritte für Unternehmen

In fast jedem Betrieb gibt es mindestens eine Leiter. Egal ob zum Streichen, Glühlampe wechseln, für Montagearbeiten oder nur um hoch gelagerte Gegenstände zu erreichen. Jeder Mitarbeiter in der Firma hat wahrscheinlich auch schon auf einer Leiter oder einem Tritt gestanden. Wie diese zu verwenden sind, ist eigentlich klar. Dennoch gibt es bestimmte Anwendungsfehler, die diese Arbeitsmittel immer wieder zur einer Unfallquelle machen.

Die Anschaffung

brewesDer Arbeitgeber muss vor dem Kauf einer Leiter die Gefährdungsbeurteilung des Betriebes zu Rate ziehen. Die Gefährdungsbeurteilung zählt laut Arbeitsschutzgesetz und DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ für jeden Unternehmer zum Pflichtprogramm unabhängig von der Anzahl der Arbeitnehmer. Es ist zu prüfen, ob ein anderes Arbeitsmittel ggf. besser für die betrieblichen Vorhaben geeignet ist. Gibt es keine andere Möglichkeit, sind folgende Punkte abzuwägen:

· Anzahl der benötigten Leitern
· Größe der Leitern
· Material, aus dem die Leitern bestehen sollten
· Arten von Leitern

Je nach Größe des Unternehmens, Einsatzzweck sowie den Umgebungs- und Arbeitsbedingungen, muss der Unternehmer bewerten, wie viele und welche Steighilfen benötigt werden.

Die Unterweisung der Mitarbeiter

Die Gefährdung, die von einer unsachgemäßen Nutzung ausgeht, wird oft unterschätzt. Bereits ein Sturz aus geringer Höhe kann jedoch schon schwere gesundheitliche Schäden zur Folge haben. Deswegen sind alle Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen im Umgang mit Leitern und Tritten zu unterweisen. Diese Schulungen sind mindestens jährlich und weiterhin nach besonderen Ereignissen durchzuführen. Außergewöhnliche Anlässe für eine Unterweisung sind beispielsweise die Einführung neuer Leitertypen oder auch ein Unfall welcher durch Leitern verursacht wurde. Diese Inhalte sind Bestandteil einer Leiter-Unterweisung:

  • Ordnungsgemäßer und gefahrloser Umgang mit Leitern
  • Bauartspezifische Besonderheiten
  • Zusätzliche Gefahren:
    – Öffentlicher und innerbetrieblicher Verkehr
    – Starker Wind
    – Glatter, verschmutzter Untergrund
    – Große Maschinen mit beweglichen Anlagenteilen
    – Kanäle, Unebenheiten, Schächte
    – Absturzkanten

Gefahrloser Umgang mit Leitern

Je nach Typ der Leiter gibt es spezifische Regeln zur Anwendung. Die meisten Bedienungshinweise sind jedoch unabhängig davon, ob es sich um eine Stehleiter, Anlegeleiter oder eine Rollleiter handelt. Durch die wiederkehrenden Schulungen sollte jedem Nutzer klar sein, wie Leitern und Tritte gefahrlos angewendet werden. Als zusätzliche Hilfe sind sogenannte Leiter-Gebrauchsanweisungen an die Steighilfen anzubringen. Sie zeigen einfache und leicht verständliche Skizzen und Piktogramme zur Benutzung von Leitern. Dazu gehören zum Beispiel:

· Leitern sind vor der Benutzung auf ihren ordnungsgemäßen, mängelfreien Zustand zu überprüfen
· Belastungsobergrenze von Leitern beträgt 150 kg
· festgestellte Mängel sind dem Arbeitgeber zu melden, beschädigte Leitern dürfen nicht weiter benutzt werden
· Leitern dürfen nicht von mehr als einer Person zur selben Zeit bestiegen werden
· Während der Arbeit auf Leitern nicht Hinauslehnen
· Leitern nicht bei gefährlichen Witterungsbedingungen, wie Nässe, Sturm oder Schneeglätte benutzen
· Leitern immer auf tragfähigem und ebenem Untergrund aufstellen (keine Kisten, Steinstapel oder Tische verwenden)
· Bei Benutzung geeignetes, festes Schuhwerk tragen
· Sicheres Stehen und Festhalten muss jederzeit möglich sein
· Leitern auf Verkehrswegen gegen Anstoßen sichern, bspw. durch Warnaufsteller oder Absperrungen
· Leitern sicher transportieren, d.h. zuvor zusammenklappen bzw. –schieben

Die Prüfung von Leitern

Der Arbeitgeber ist für die Sicherheit im Betrieb verantwortlich. Er darf neben Prüfung von großen Anlagen und Maschinen auch kleinere Arbeitsmittel, wie Leitern und Tritte, nicht vergessen. Auch sie müssen in regelmäßigen Intervallen auf mängelfreien und sicheren Zustand kontrolliert werden. Die Einsatzbedingungen bestimmen dabei, wie oft und in welchem Umfang Prüfungen durchzuführen sind. Der Unternehmer muss diese sachlich bewerten und anschließend die erforderlichen Fristen festlegen. Er bestimmt weiterhin, welche Voraussetzungen der Prüfer zu erfüllen hat.

Die Prüfung selbst sollte möglichst nach einem System erfolgen: Um dem Überblick zu behalten, sind zuerst alle im Bestand befindlichen Leitern und Tritte zu nummerieren. Die eigentliche Prüfung erfolgt anhand der Checkliste in der DGUV Information 208-016 Anhang 2. Die einzelnen Überprüfungslisten sind danach zusammen aufzubewahren. Konnten während einer Überprüfung oder auch bei der täglichen Nutzung, Schäden festgestellt werden, darf die jeweilige Leiter vorläufig nicht mehr benutzt werden. Erst nach Reparatur der Schäden ist die Nutzung wieder erlaubt.

Bei der Leiterprüfung sind Bauteile, wie Sprossen, Stufen, Holme und das Zubehör nach folgende Kriterien zu prüfen:

· Beschädigung, Verformung, Abnutzung, Zerstörung
· Befestigung
· Funktionsfähigkeit
· Scharfe Kanten
· Vollständigkeit
· Schmierung
· Kennzeichnung

Kennzeichnung von Leitern und Tritten

Neben der Gebrauchsanweisung gehört eine Prüfplakette auf die kontrollierten Leitern und Tritte. Verschiedene Grundplaketten und Leiter-Gebrauchsanweisungen finden Sie im Brewes Onlineshop. Auch Prüfplaketten zur Kennzeichnung von Leitern und Tritten erhalten Sie in unterschiedlichen Ausführungen. Darunter Plaketten, die das Datum der Prüfung oder der nächsten Prüfung angeben oder Plaketten, auf denen zusätzlich die jeweilige DGUV-Information oder DIN-Norm verzeichnet ist. Wählen Sie nach Leitertyp und individuellem Bedarf Ihre Leiter-Gebrauchsanweisung und Prüfplakette aus.

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